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Erinnerungskultur am Westfalen-Kolleg Bielefeld -
unsere Kooperation mit der Stolperstein-Initiative Bielefeld e.V.

Das Wort „DEMOS“ war im Jahr 2020 der Titel eines Erasmus+-Projekts mit dem Hamrahlid College in Reykjavik und zielte auf demokratische Nachhaltigkeit ab. Höhepunkt im Sommer 2022 war ein „Day of Democracy“, an dem auch Christine Biermann und Uli Hartmann einen gut besuchten Workshop zur Erinnerungskultur durchführten.

Aus dem Projekt erwuchs eine DEMOS-AG am Westfalen-Kolleg, die die regelmäßigen Recherchen im Stadtarchiv bei Helmut Henschel fortführte und sich in der Folge an Putzaktionen und an Verlegungen von Stolpersteinen beteiligte. 2023 wurden wir offizielle Kooperationsschule der Stolperstein-Initiative.

Im gleichen Jahr beteiligten wir uns mit der Aktion „Mobile Stolpersteine“ an den Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus. Wir klebten dabei Replika von Bielefelder Stolpersteinen auf den Boden des Kollegs und verbanden diese mit Markierungen miteinander, um zu zeigen, dass Verfolgung in Bielefeld zur NS-Zeit allgegenwärtig war und verschiedene Opfergruppen umfasste.

Beim „Klang der Stolpersteine“ haben wir uns im Sommer 2025 mit Lesungen in der Althoffstraße eingebracht und somit dazu beigetragen, die Erinnerung an den Arbeiterwiderstand in Bielefeld wachzuhalten. Zusammen mit dem wunderbaren Peter Konopka und seiner Band konnten wir die Veranstaltung durch den Vortrag von bewegenden Gedichten mitgestalten.

Im Schuljahr 2025/26 haben wir die lokale Erinnerungskultur an unserer Schule weiter institutionalisiert, indem sich ein Projektkurs mit den Fächern Geschichte und Religion der Verlegung von Stolpersteinen für die Familie Daltrop widmet. Zum ersten Mal werden wir Initiatoren einer Verlegung sein und mit Unterstützung von Christine Biermann und Helmut Henschel Hauptakteure der Veranstaltung.

Uns ist es mit dem Projektkurs gelungen, Vergangenheitsbewältigung um eine europäische Dimension zu bereichern, denn die o.g. Verlegung ist eingebettet in ein ERASMUS+-Projekt unter Beteiligung einer spanischen und einer polnischen Schule. In diesem Rahmen lernen die europäischen Partner sehr viel voneinander in Bezug auf Erinnerungskultur. Auch Spanien erinnert mithilfe von Stolpersteinen den republikanischen Opfern der Franco-Diktatur, wie hier bei unserem Besuch in Madrid.

Wir sind dem Verein Stolpersteine sehr dankbar für die Unterstützung bei der tatkräftigen Umsetzung von Erinnerungskultur direkt vor Ort, denn die Handlungsorientierung fördert das Geschichtsbewusstsein unserer Studierenden und ermöglicht Demokratiestärkung in besonderer Weise.